Löwenzahnhonig ganz einfach selber machen

Wer meinen Wildkräuter Guide gelesen hat weiß, dass ich mir fürs heurige Frühjahr ganz fest vorgenommen habe unbedingt mal selbst Löwenzahnhonig herzustellen. Im Zuge einer Kräuterwanderung, die Teil meiner Ernährungstrainerausbildung war, habe ich nämlich zum ersten Mal davon gehört und bin sozusagen auf den Geschmack gekommen es mal selbst auszuprobieren. Leider gab es zu dieser Zeit keine Löwenzahnblüten und deshalb musste das Projekt veganer Honig erstmal hintenangestellt werden. Neben allerlei Pestos, Säften, Gelees, verschiedene Zucker- und Kräutermischungen, die wir im Anschluss an die Kräuterwanderung verkostet haben, fand ich die Idee, ohne das Mitwirken von Bienen Honig herzustellen, am spannendsten. Und auch geschmacklich ist er etwas ganz Besonderes.

Was ich jedoch schon dazusagen muss ist, dass man, um Löwenzahnhonig herzustellen, schon relativ viel Zucker braucht. Mein erster Versuch war ein Reinfall, als ich statt Zucker Agavendicksaft und hier auch nur ganz wenig, verwendet habe. Dennoch hat mich das Ergebnis allgemein überzeugt und die Menge, die bei diesem Rezept rauskommt ist auch nicht sehr viel (3-4 kleine Gläser). Den Honig dafür einfach ganz sparsam verwenden. Ich habe zum Beispiel schon damit gebacken und meine Salatdressings damit verfeinert. Ja und auch wenn das Ergebnis streng genommen gar kein Honig ist, kann ich euch nur raten, es mal auszuprobieren. Ihr müsst nur etwas Geduld mitbringen, aber es lohnt sich, spätestens dann, wenn ihr euren eigenen Honig aufs Butterbrot schmiert. 

 

Was MUSS bei der Herstellung beachtet werden, damit der Löwenzahnhonig nicht kristallisiert?

  1. Den Löwenzahnsud leicht köcheln lassen, aber keinesfalls aufkochen (Honig kristallisiert, wenn er bei zu großer Hitze eingekocht wird)
  2. Die Gläser, in die der Honig reinkommt sollen sauber und TROCKEN sein. Wenn ihr sie zuvor auskocht, unbedingt kopfüber auf ein sauberes Geschirrtuch stellen und ggf. nochmals abtrocknen (dasselbe gilt für die Deckel)
  3. Lieber kleinere Gläser mit Schraubverschluss verwenden (da bin ich wohl zu spät draufgekommen)
  4. Den fertigen Honig keinesfalls im Kühlschrank aufbewahren. Wurde er zu kalt gelagert kristallisiert er. Am besten dunkel im Vorratsschrank aufbewahren.

 

Hilft alles nichts und der Honig kristallisiert, aus welchem Grund auch immer, könnt ihr ihn entweder im Wasserbad erwärmen oder nochmals zum Köcheln bringen und etwas Wasser (heiß) nachgießen. Viel Erfolg und berichtet mir unbedingt, ob euch der Honig gelungen ist! 

 

 

Löwenzahnhonig mit Vanille

Du brauchst:

  • 100 g abgezupfte Löwenzahnblüten
  • 600 ml Wasser
  • 1 EL frischen Zitronensaft
  • 2 dünne Scheiben einer Bio-Zitrone
  • ¼ – ½ TL Bourbon Vanille (je nachdem wie stark der Geschmack sein soll)
  • 400 g (Rohrohr)zucker

 

Und so geht’s:

Ganz wichtig beim Pflücken der Löwenzahnblüten ist, diese bei Sonne und wenn möglich nicht vom Straßenrand zu pflücken. Am besten eignen sich geschützte Wiesen, besten Falls der eigene Garten oder sonstige abgasfreie Flächen. April und Mai ist die perfekte Zeit dafür, da man die Blüten des Löwenzahns generell im Frühjahr bevorzugt. Bei den 100 g Löwenzahnblüten handelt es sich außerdem um die bereits abgezupften gelben Blüten. Bei mir war das ca. ein kleines Körberl voll. Kleiner Tipp: Arbeitet unbedingt mit Handschuhen, Löwenzahn färbt super schnell ab.

Die abgezupften gelben Blüten in einen großen Topf geben und mit dem Wasser übergießen. Alle Blüten unters Wasser drücken, Zitronensaft, Zitronenscheiben und Vanillemark zugeben. Aufkochen lassen und zugedeckt auf niedrigster Stufe kurz köcheln lassen (5-10 Minuten). Topf beiseitestellen und das Löwenzahnwasser am besten über Nacht (umso länger, umso besser) ziehen lassen. 

Am nächsten Tag die Blüten und Zitronenscheiben durch ein feines Sieb oder sauberes Tuch abseihen bzw. drücken. Den Zucker zur gewonnenen Flüssigkeit geben und die Mischung so lange vor sich hin köcheln lassen bis sie eine sirupartige Konsistenz erreicht hat (ca. 1 Std.). Immer wieder umrühren, aber auf keinen Fall aufkochen, sonst kristallisiert die Masse aus. Wenn ihr denkt euer Honig hat die perfekte Konsistenz eine Gelierprobe machen. Hierfür einfach eine kleine Menge auf einen Löffel geben und sie auskühlen lassen. Euren fertigen Löwenzahnhonig heiß in saubere kleine Gläser füllen, gut verschließen und für ca. 5 Minuten am Kopf stellen. Anschließend zum Auskühlen wieder umdrehen.

Teilen:

2 Kommentare

  1. 9. September 2018 / 21:45

    Hallo Sophie,
    wir haben das mit Thymian und Salbei ausprobiert und der Honig ist manches mal kristallisiert… Große steinharte Kristalle…
    Wir dachten erst, es liegt am Rohrzucker, weils mit dem Rübenzucker mal ohne Kristallisation funktioniert hat. Aber vorige Woche ist selbst mit Rübenzucker der Honig in nur wenigen Stunden nach dem Abfüllen schon zu 30% kristallisiert gewesen. Hast du eventuell Erfahrungen mit diesem Thema bzw. hast du einen Tipp für uns?

    • Sophie
      Autor
      9. September 2018 / 22:58

      Liebe Petra,
      erstmal danke für dein Feedback – kann ich verstehen, dass es etwas ärgerlich ist, wenn der Honig auskristallisiert. Probiert mal den “Honig” noch einmal erneut aufzusetzen, ein bisschen Wasser hinzuzugeben und solange einzuköcheln bis er wieder die gewünschte Konsistenz hat. Bei den Gläsern würde ich euch zu Schraubgläser raten, am besten kleinere – das hat bei mir geholfen. Vor dem Einfüllen den Sirup nochmal gut umrühren. Ich drücke die Daumen und hoffe es klappt beim nächsten Mal!

      Ganz liebe Grüße,
      Sophie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.